Hier noch ein kurzer Einschub über etwas das ich heute kennenlernen durfte: Das Connecticut College funktioniert nach dem System des “Honor Code”: ein System, das den Studenten jegliche Freiheit gibt, da es von deren Ehrlichkeit und Ehrbarkeit ausgeht, anstatt durch hartes Durchgreifen und Prävention z.B. Vandalismus oder Schummeln zuvorzukommen und dadurch sozusagen von der Unehrlichkeit der Studenten auszugehen.

So verpflichtet sich jeder Student dazu, sich gemäß den Regeln zu verhalten, keinen Vandalismus zu begehen und bei Klausuren nicht zu schummeln, und die Dekane und Professoren vertrauen den Studenten hierbei. Jedoch sind die anderen Studenten dazu angehalten mögliche Vergehen zu melden, da sie selbst ja dadurch benachteiligt werden.

Ein Beispiel wäre, dass man zum Beispiel die Klausuren zu einem selbst gewählten Zeitpunkt schreiben kann, ohne dabei von Dozenten beaufsichtigt zu werden. Jedoch soll man den Studenten, die die Arbeit noch nicht geschrieben haben, auch nicht verraten was drankam, da dies ja zu einer Chancenungleichheit führen würde. Dies ist der “Academic Honor Code”.
Und ebenso funktioniert das auch mit dem sittlichen “Honor Code”, der einfach beinhaltet sich nach den Regeln der Uni zu verhalten, nicht die Wände zu bemalen, niemand zu belästigen etc.

So haben die Studenten durch den Honor Code also, wie im täglichen Leben auch, Rechte und Pflichten - meiner Ansicht nach ein nettes System, auch wenn es durch den amerikanischen Pathos oftmals etwas befremdlich ist. Doch wie gesagt: eigentlich finde ich es ein gute Einrichtung, die den Studenten viele Möglichkeiten eröffnet und einen Weg bildet in einen Campus, der von den Studenten mitgeleitet wird, anstatt sie nur zu bevormunden.